Viele komplexe Erkrankungen z.B. Herz-
Kreislauferkrankungen nehmen in Industrieländern deutlich an Häufigkeit zu. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland jährlich über 90.000 Menschen einem Herzinfarkt erliegen, kommt der Aufklärung der Ursachen koronarer Herzerkrankungen, insbesondere der Arteriosklerose, auch unter gesundheitsökonomischen Aspekten eine große Bedeutung zu. Arteriosklerose ist eine allgemeine Erkrankung des Arteriensystems, die sich langsam entwickelt und über Jahre und Jahrzehnte asymptomatisch verläuft, sich jedoch in der Folge vielfach durch Herzinfarkt, Schlaganfall, oder auch vaskuläre Demenz bemerkbar macht. Zur Entwicklung von effektiven Behandlungsstrategien müssen die molekularen Mechanismen, die diesen Krankheiten zugrunde liegen, möglichst gut verstanden sein.
Neben der Erfassung sog. klassischer Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, Cholesterin- und Blutdruckwerten, spielen hierbei genetisch-epidemiologische Studien in humanen Populationen eine zentrale Rolle. Dabei ist zu beachten, dass Auftreten und der Verlauf solcher multifaktoriellen (polygenetischen) Krankheiten durch genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und Lebensgewohn-heiten bestimmt wird. Aufgrund zahlreicher epidemiologischer und klinischer Studien können Faktoren benannt werden, welche die Krankheit begünstigen. Als Risikofaktoren für die Entstehung arteriosklerotischer Gefäßkrankheiten gelten heute arterielle Hypertonie, Übergewicht, Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, männliches Geschlecht, Alter, aber auch die Lebensweise, wie kalorien- und fettreiche Ernährung, Rauchen, Stress, sowie genetische und konstitutionelle Faktoren.
Das Leibniz-Institut betreibt wissenschaftlich und organisatorisch unabhängig themenorientierte Forschung. Sein Anspruch orientiert sich immer an wissenschaftlicher Exzellenz. Getreu dem Motto der Leibniz-Gemeinschaft „Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen“ werden in unsere Hause systembiologisch-medizinische Ansätze entwickelt, die von „bench-to-bedside“ dem Patienten zum Nutzen sind.
Unsere Forschung wird, unter Beibehaltung der thematischen Schwerpunktsetzung durch die Programmbereiche „Molekulare Arterioskleroseforschung“
(Programmbereich 1) und „Genetische Prädisposition kardiovaskulärer Erkrankungen“
(Programmbereich 2), in den Departments „Zellbiologie und Ultrastrukturforschung“, „Molekulare Genetik kardiovaskulärer Erkrankungen“ und „Genetische Epidemiologie vaskulärer Erkrankungen“ organisiert. Hinzu treten die im Programmbereich 1 angesiedelten Arbeitsgruppen „Signalgesteuerte Mechanismen der Atherogenese“ und „Fettstoffwechsel und Metabolisches Syndrom“ sowie die in einer zentralen Einheit (Core Facility) organisierte gemeinsame wissenschaftliche Infrastruktur, die Instituts-übergreifend genutzt wird. Zudem ist für das Jahr 2009 die Besetzung einer Professur mit dem Forschungsschwerpunkt „Molekulare Arterioskleroseforschung“ geplant, die die bestehenden Departments thematisch ergänzen soll und sich auf funktionelle Aspekte der Arterioskleroseforschung, insbesondere unter zell- und molekularbiologischen Aspekten, fokussiert.
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